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Immendorf
Andacht Februar 2024

Es sammelt sich vieles an, wenn Haus und Hof von einer Generation zur nächsten weitervererbt werden. Davon kann ich ein Lied singen. Manches wird im Lauf der Zeit aussortiert und hin und wieder kommt etwas dazu. Kostbare Dinge hat man früher oft in Truhen aufbewahrt und diese dann an die Kinder und Kindeskinder weitergegeben. Timotheus wurde auch eine Truhe mit kostbarem Inhalt anvertraut. Er wurde in das Hirtenamt, heute würden wir Pastor sagen, der Gemeinde Ephesus berufen. Er sollte das Erbe in der von Paulus gegründeten Gemeinde, fortführen. Keine leichte Aufgabe für den jungen Timotheus. Allerdings war er, der Sohn einer jüdischen Mutter und eines griechischen Vaters, von klein auf mit der Schrift vertraut und er stand fest im Glauben. Anders als die Gemeinde, die war noch nicht gefestigt. Die Hoffnung, daß der Herr noch zu ihren Lebzeiten wiederkommen würde, hatte sich nicht erfüllt und so mußten sie sich in der Welt einrichten. Äußere und innere Gefährdung machten den Christen der zweiten und dritten Generation zu schaffen, dazu die Frage, wie sich Christen in dieser Welt verhalten und leben sollen. Es gab Verfolgung und Ächtung von außen und dazu kamen die neuen Glaubenslehren innerhalb der Gemeinde, denen sich ein Teil der Menschen zuwandte. Wie sollte man den klugen Reden und den Argumenten gegen den christlichen Glauben begegnen? Anfeindung von außen und Verunsicherung von innen, eine große Herausforderung für den eher schüchternen Gemeindeleiter Timotheus. Zur Stärkung bekommt er einen Brief aus der Paulusschule. Darin ist auch der Monatsspruch für den Februar 2024 enthalten der uns sagt: Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit. (2. Timotheus 3,16) Das sind klare Anweisungen für Timotheus. Er soll sich auf nichts anderes berufen als auf die Bibel. Das ist der Maßstab. „Bleib bei dem, was du gelernt hast, Timotheus!  In den Schriften ist alles da, was du und die christliche Gemeinde brauchen. Hier findet sich Gottes Wort.“ Timotheus stand fest im Glauben, schließlich war er durch seine Mutter in den Glauben hineingewachsen und er kannte die Bibel.Als Gemeindeleiter hatte Timotheus es mit den verschiedensten Menschen zu tun. Die älteren Männer sollte er als Väter ermahnen, die Frauen als Mütter. Den jüngeren Männern und Frauen als Geschwister begegnen. Auf die Witwen sollte er besonderes Augenmerk legen, denn ihre Situation war schon immer schwierig. Dann waren da noch die Ältesten, sie verlangten Respekt und doch auch bei ihnen mußte Timotheus standhaft bleiben, keine falschen Lehren zulassen und vor allem niemanden bevorzugen. Und auch die besondere Stellung der Sklaven mußte berücksichtigt werden. Die Schrift so auszulegen, daß Gottes Wort alle Menschen in der noch jungen Gemeinde erreicht, war die große Herausforderung. Ob Timotheus das Ausmaß der Aufgabe bewußt war, als man ihm die Hand auflegte? Ich erinnere mich noch gut daran, wie aufgeregt ich war, als mir bei meiner Ordination die Hand aufgelegt wurde und ich in den Verkündigungsdienst gesendet wurde.Was wohl Timotheus dazu sagen würde, wie sich die Kirche in den knapp 2000 Jahre seither entwickelt hat? Die Zeiten haben sich geändert und unsere Situation heute läßt sich nicht mit der von Timotheus vergleichen, doch auch wir stehen vor großen Herausforderungen. Die Gleichgültigkeit der Gesellschaft gegenüber der Kirche macht uns zu schaffen und innerhalb der Gemeinden macht sich Verunsicherung breit, weil wir immer weniger werden. Immer wieder versuchen wir den Menschen Gottes Wort nahezubringen, ohne uns dabei zu verbiegen. „Bleib bei dem, was du gelernt hast! In der Schrift steht alles, was du brauchst.“
Was für Timotheus galt, gilt auch für uns Frauen und Männer, die in den Dienst gesendet werden. Wir haben im Gepäck das kostbare Erbe der Schrift.
Und damit sind wir gut ausgerüstet. AMEN

Diese Andacht ist konsequenterweise in alter Rechtschreibung verfaßt!

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Andacht Januar 2024

Der Spruch, der uns durch den Januar 2024 begleiten will, steht im Markusevangelium und lautet:
Junger Wein gehört in neue Schläuche. (Markus 2, 22)
Hast du Vorsätze fürs neue Jahr? Rund um den Jahreswechsel wird diese Frage unzählige Male gestellt. Hast du Vorsätze? Willst du Neues wagen? Ein neues Urlaubsziel? Ein neues Hobby? Neue berufliche Wege? Doch eh man sich versieht, kommt der Realitätscheck: Ist für die Vorsätze, für das Neue Platz im alten Leben? Verträgt sich das Neue mit dem Alten? Die Frage stellt sich immer wieder, zu unterschiedlichen Zeiten. Auch zur Zeit Jesu. Verträgt sich das Neue mit dem Alten? Jesu Botschaft war radikal neu. Sein Verhalten brach mit alten Traditionen. Da verwundert es nicht, daß seine Zeitgenossen fragten: Verträgt sich dieser Jesus mit der alten jüdischen Lehre und Tradition? Eben diese Frage steht hinter einer Erzählung, die bei den ersten drei Evangelisten überliefert ist. Menschen traten an Jesus heran und fragten ihn, warum seine Jünger nicht wie die Pharisäer und die Johannesjünger fasten. Warum hielten sie sich nicht an die alten jüdischen Traditionen? Warum verhielten sie sich so ganz anders als andere jüdische Gruppen? Jesu Antwort lautete: „Junger Wein gehört in neue Schläuche“. Jesus greift ein Bild aus dem Winzerwesen auf. Wein wurde damals in Schläuchen aus gegerbten Tierhäuten aufbewahrt.
Nach einer gewissen Zeit werden die Häute brüchig. Junger Wein gärt noch und entwickelt Gase. Wird er in die alten Schläuche gefüllt, bekommen sie Risse. Füllt man jungen Wein in alte Schläuche, geht also beides kaputt: Die alten Schläuche zerplatzen und der junge Wein wird verschüttet. Junger Wein gehört in neue Schläuche. Ein guter Winzer weiß das. Jesus greift dieses Bild aus dem Winzerwesen auf. Seine Botschaft ist der junge Wein. Sie konnte nicht in den alten Schläuchen, innerhalb der alten jüdischen Tradition bestehen. Ihre Sprengkraft war zu groß.Sie brauchte neue Schläuche. Die Kirche entstand.Verträgt sich das Neue mit dem Alten? Mit Entstehen der Kirche hat sich diese Frage keineswegs erübrigt. Im Gegenteil. Sie stellt sich seit mehr als 2000 Jahren immer wieder. In besonderer Weise sahen sich die Reformatoren damit konfrontiert. Verträgt sich die neue reformatorische Botschaft mit der mittelalterlichen Lehre und Praxis? Sie tat es nicht. Die Reformation bedeutete einen Neuanfang. Die evangelische Kirche entstand. Aber auch damit ist die Frage nicht obsolet.Sie ist auch heute aktuell. Die einen wollen alles beim Alten belassen. Die alten Gottesdienstformen und Kirchenlieder bewahren. Keine Anpassung an den Zeitgeist.Neues lehnen sie ab. Die anderen fordern genau das Gegenteil. Es brauche einen Neuanfang: neue, innovative Gottesdienstformen, Musik und Medienarbeit. Über Jahrtausende gewachsene Traditionen seien veraltet, müßten überwunden werden. Wie damit umgehen? Verträgt sich das Neue mit dem Alten? Jesu Antwort lautet: Es braucht jungen Wein. Es braucht Neues.
Und für dieses Neue braucht es neue Schläuche. Das Neue braucht Raum, um sich entfalten zu können. Nicht im Alten verhaften, sondern es wagen, neu zu denken. Jesus spricht sich aber keineswegs gegen Altes aus. Auch das Alte hat seinen Wert. Es hat sich bewährt.
Im Lukasevangelium fügt Jesus hinzu: „Und niemand, der alten Wein trinkt, will neuen; denn er spricht: Der alte ist milder“ (Lk. 5,39). Wer das Alte liebt, soll beim Alten bleiben.Die Frage ist nicht, was besser ist, sondern für wen was besser ist. Das Alte und das Neue.
Beides hat seine Berechtigung. Es schließt sich nicht aus. Das Neue braucht einen eigenen Raum, damit es seine Kraft entfalten kann. Das Alte muß dabei aber nicht verlorengehen.Vor dieser Herausforderung steht Kirche immer wieder. Damals und heute. Mut, neu zu denken, sich auf Neues einzulassen. Vor 2000 Jahren und heute. In der Kirche, in der Gesellschaft, in unserem persönlichen Leben. Hast du Vorsätze fürs neue Jahr? Neues wagen und dabei das Altbewährte nicht vergessen. Das wünsche ich uns fürs neue Jahr.

(Diese Andacht ist konsequent in alter Rechtschreibung verfaßt)


Wachet, steht im Glauben, seit mutig und seid stark. (1. Kor. 16,13)
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