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Immendorf

Andacht Juni 2021

Seid der Covid-19-Pandemie hört man so häufig wie nie zuvor:
„Bleiben Sie gesund!“ Wenn man nicht gesund ist, dann ist leicht auch die Stimmung am Boden der seelischen Tiefs. Aber ich bin ja kein Mediziner, der Ihnen ein Rezept ausstellen könnte, so daß dann hoffentlich wieder alles ins Lot kommt. Als Pfarrer möchte ich Ihnen aber einige Gedanken zum Stichwort Freude sagen. Ich lade Sie dazu ein, mit mir an diesem Wort entlang zu gehen, fangen also mit dem F an.
Freude hat viele Facetten, den Humor und die Heiterkeit, Witze, Scherze, Ironie und Späße. Sind diese gelungen, dann wird gelacht. Vielfältig sind die Ursachen kleiner und großer Freuden. Da ist die Freude, bei einem sportlichen Wettkampf Erster geworden zu sein. Oder die Freude an einem guten Essen in angenehmer Gesellschaft oder über einem Gewinn im Lotto. Wichtiger als die kleinen Freuden oder alltäglichen Vergnügungen sind die tieferen Freuden wie Freude über eine fertig gewordene, gute Arbeit.
So wie Joachim Ringelnatz sagt: „Lebe, lache gut! Mache deine Sache gut!“ Und am wesentlichsten ist von der Liebe zu rede wie in dem Lied:
Das Lieben bringt groß‘ Freud, es wissen‘s alle Leut‘.
Weiß mir ein schönes Schätzelein mit zwei schwarzbraunen Äugelein,
das mir, das mir, das mir mein Herz erfreut.

Der zweite Buchstabe der Freude ist das R. Ganz laut „Rrrr“ würde der Philosoph Arthur Schopenhauer rufen. In seinem Weltbild hat die Freude nämlich gar keinen Platz. In einem seiner Aphorismen füllte er das Wort Welt mit einer ganzen Reihe negativer Begriffe wie mit W.eh und Ach, E. lend, L. eid und T. od. Und so ganz unrecht hat Schopenhauer ja nicht.
Es gibt mehr als genug an Weh und Ach auf unserer Welt, vielerlei Elend und Leid. Jesus verschloß seine Augen nicht davor. Zu seinen Nachfolgern sagte er einmal sehr nüchtern: „In der Welt habt ihr Angst.“ Also ganz im Sinne Schopenhauers. Aber das ist nicht alles. Jesus fährt nämlich fort: „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh. 16,33).
Die Freude Jesu überwindet alles Elend und Leid dieser Welt.
Damit sind wir beim dritten Buchstaben, dem E wie Evangelium.
Übersetzt heißt Evangelium frohe Botschaft. Der Kern des Evangeliums ist nicht eine neue Theorie oder ein Programm für eine bessere Welt, der Kern des Evangeliums ist Jesus Christus, das Evangelium in Person, die Quelle der Freude. In seiner Nähe atmeten Menschen auf, durch ihn wird alles neu. Einmal wurde eine auf frischer Tat ertappte Ehebrecherin zu ihm gebracht. Laut dem Gesetz des Mose stand darauf die Todesstrafe. Aber Jesus richtete sie auf und schenkt ihr neues Leben und neue Freude.

In der Hälfte des Wortes Freude angekommen fragen wir mit dem Buchstaben U „und wir“? Konkreter, in musikalischer Sprache gefragt: Sind Sie ein Mensch, der sein Leben eher in Dur versteht und lebt, also leicht und beschwingt? Oder sind Sie eher in Moll gestimmt?
Pflichten wir nicht gerne dem Aphoristiker Helmut Glaßl bei?
„Ein erstrebenswertes Leben ist wie eine Melodie: viel Dur, wenig Moll,
gut getaktet und sehr abwechslungsreich.“ Oder für Nichtmusiker: Der eine ist ein geborener Pessimist, lacht nie und sieht alles in Schwarz, allenfalls in Grau.
Der andere ist ein Strahlemann und sieht nur Chancen.

Unser nächster Buchstabe D ist beim Thema Freude elementar. Denn es geht ums Durchhalten trotz der vielen Negativitäten. Drei Dinge sind mir dabei wichtig: einmal der Blick nach oben zu Gott hin, dann der Blick nach hinten und schließlich der Blick nach links und rechts zu anderen Menschen. Denn es ist doch so, wie das Sprichwort es sagt:
„Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.“ Ich brauche die anderen und die anderen brauchen mich. Gemeinsam schaffen wir es leichter als alleine. Mit dem Blick nach hinten meine ich die Schätze der biblischen Tradition zu heben und die vielen Choräle mit dem Thema Freude zu entdecken.

In Psalm 36, 8–10 heißt es:„Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens …“
Der ganze Psalm besingt Gott als die Quelle allen Lebens und der tiefsten Freude.
Der Apostel Paulus sieht im Galaterbrief die Freude als Frucht des Heiligen Geistes (Gal. 5,22).
Diese in Gott wurzelnde Freude hält, auch gegen alles Schopenhauersche Leid, stand.
„In dir ist Freude in allem Leide“, sagt uns das Lied 398. In allem irdischen Weh und Ach scheint die himmlische Freude auf. Paulus konnte deshalb schreiben: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ (Phil. 4,4).

Beim Schluß-E soll es um die ewige Freude gehen. Es ist die durch nichts mehr zu zerstörende Freude, wenn, wie es in der Johannesoffenbarung steht, die Hütte Gottes bei den Menschen ist und er bei ihnen wohnen wird, und wenn Gott alle Tränen von ihren Augen abgewischt haben wird, wird der Tod nicht mehr sein, auch nicht Leid noch Geschrei noch Schmerz. (Offenb. 21,4f). Aber bis dahin geht es für uns weiter nach Prediger 3, „Alles hat seine Zeit“: „… weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit …“



Andacht Mai 2021

Liebe Leserinnen und Leser!
40 Tage nach Ostern, in diesem Jahr am Donnerstag, 13. Mai, feiern wir den Himmelfahrtstag. Viele Männer finden an diesem Tag einen Grund zum Feiern und nennen es „Vatertag“.
Und der Polizeibericht vom 13. Mai 2021 wird wieder eine große Zahl von, wie es im Beamtendeutsch so schön heißt, „hilflosen Personen“ auflisten. Also die Menschen, die sich mit Alkohol ihre ganz persönliche Himmel-oder Höllenfahrt bereitet haben.
In dieser Konkurrenz hatte es der kirchliche Feiertag Himmelfahrt noch nie leicht.
Inhaltlich bewegt das Thema Himmelfahrt zwischen den Polen Verborgenheit –
Jesus entschwindet in den Wolken – und Nähe – Jesus ist bei Gott und wendet sich von dort allen Menschen zu. Er sitzt zur Rechten Gottes, wie wir allsonntäglich bekennen und will uns unter seine Verheißung stellen, weil er alle zu sich ziehen will. Denn der Himmel ist nicht dort, wo Gott ist, sondern wo Gott ist, ist der Himmel. Wir merken: Himmelfahrt, das ist nicht das Ende der Geschichte Jesu, sondern erst der Anfang. Darum möchte ich im Hinblick auf diesen Tag unseren Blick auf das richten,
was Erde und Himmel verbindet, was zeigt, daß es nicht unmöglich ist, daß Himmlisches in unserem Leben eine Rolle spielen kann. Zur Veranschaulichung schreibe ich Ihnen hier eine kleine Legende auf,
sie heißt „Der Blutegel und die Libelle“

„Es war einmal eine Libellenlarve, die verspürte den unwiderstehlichen Drang nach oben, um neue Luft zu schöpfen. Ein Blutegel, der sie des öfteren dabei beobachtete, machte ihr eines Tages deswegen Vorwürfe: „Habe ich vielleicht jemals das Bedürfnis nach dem, was du Himmelsluft nennst? Nein, ganz bestimmt nicht!“ „Ach“, erwiderte die Libellenlarve,
„ich habe nun einmal die Sehnsucht nach oben. Ich versuchte sogar schon einmal, an der Wasseroberfläche nach dem zu schauen, was darüber ist.
Da sah ich einen hellen Schein, und merkwürdige Schattengestalten huschten über mich hinweg.“ Der Blutegel krümmte sich vor Lachen: „Oh, du Spinnerin, du meinst tatsächlich, über dem Tümpel gibt es noch etwas? Glaube mir als einem erfahrenen Mann: Ich habe den ganzen Tümpel durchschwommen. Dieser Tümpel ist die Welt. Und außerhalb gibt es gar nichts.“
„Aber ich habe doch den Lichtschein gesehen und den Schatten“, verteidigte sich die Libellenlarve. „Hirngespinste! Was du fühlen und betasten kannst, das ist das Wirkliche“, antwortete der Blutegel. Aber es dauerte nicht lange, da beobachtete er etwas Seltsames:
Die Libellenlarve erhob sich aus dem Wasser, es wuchsen ihr Flügel, goldenes Sonnenlicht umspülte sie, und sie schwebte schimmernd über den niedrigen Tümpel davon.
Sie ward von dem Blutegel nie mehr gesehen.“

Zum Himmelfahrtstag wünsche ich uns allen die Beharrlichkeit der Libellenlarve. Wenn Sie in sich die Sehnsucht spüren oder die Ahnung haben, daß das, was Sie gerade leben, nicht alles ist, daß es noch etwas anderes gibt, dann halten Sie daran fest!
Lassen Sie sich diese Sehnsucht und Hoffnung nicht von Blutegelmenschen zerstören. Von denen,
die sagen: So ist das nun mal bei dir! So hast du gelebt und dahin haben dich dein Leben und dein Verhalten geführt. So bleibt es!
Wenn es in Ihnen die leise Ahnung gibt, daß es auch anders geht, daß es noch etwas anderes gibt und Ihr Leben noch etwas anderes ausmachen könnte als das, was es jetzt ausmacht, dann folgen Sie bitte dieser Ahnung! Und je mehr sie es tun, desto mehr werden Sie Kraft daraus für sich ziehen.
Es gibt nicht nur das, was man sieht; es gibt auch noch eine Kraft jenseits dessen, was wir jetzt erleben, sehen, fühlen. Eine Kraft, die sich aus Gottes Liebe speist, die in Jesus, dem Christus, ein ganz menschliches Gesicht bekommen hat. Diese Kraft kann uns Flügel wachsen lassen, uns heraustragen aus dem, was jetzt ist und uns ganz neue Perspektiven eröffnen für uns und unser Leben.
Denn Jesus Christus ist „alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden“ (Matthäus 28,18).
AMEN

Sankt Johannes Kiche zu Immendorf, Altarkreuz


Gottesdienst in der Immedorfer Sankt Johannes Kiche

Bitte beachten!
Wenn keine Änderung eintritt!   Bitte beachten!
 Der Gottesdienst in der Sankt Johannes Kiche Immendorf ist auf 18    Besucher beschränkt
 Auf Körperkontakt wird grundsätzlich verzichtet
 Beim Betreten und Verlassen des Geländes / der Kirche bitte die    Abstandsregel von 1,50 m einhalten
 Die freie Platzwahl ist eingeschränkt
 Es wird nicht gesungen,Texte zum Mitlesen sind da
 Bitte bringen Sie nach Möglichkeit einen Nasen – Mundschutz mit


Wachet, steht im Glauben, seit mutig und seid stark. (1. Kor. 16,13)
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