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Thiede

Andacht September 2021

Der Monatsspruch im August 2021 steht im Alten Testament, beim Propheten Haggai und sagt: Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr eßt und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient,
der legt’s in einen löchrigen Beutel. (Haggai 1,6)
Haggai meint um das Jahr 520 v.Chr. damit: Überlegt doch einmal, wie es euch geht!
Denkt doch einmal über eure augenblickliche Lage nach! Was bewegt euch? Ihr seid aus dem Exil in die Heimat zurückgekehrt und seid erschrocken. Das Land eurer Väter und Mütter sah in euren Träumen anders aus. Schöne Häuser und Gärten, ein Haus, in dem Gott wohnt,
nährten eure Sehnsucht nach diesem Land.

Bei eurer Ankunft war alles anders. Das Land verwüstet, der Tempel in Trümmern,
Gottesdienst und Gotteslob sind in weite Ferne gerückt.
Statt aber darüber zu weinen und den Wiederaufbau des Tempels zu eurem ersten und vordringlichen Anliegen zu machen, kümmert euch das Haus Gottes überhaupt nicht.
Ihr seht nur euch und eure Not und versucht mit allen Mitteln, dem Ende zu setzen.
Die Trümmer am Haus Gottes sind dabei eure geringste Sorge.

Wo sollen wir wohnen? Was sollen wir essen und trinken? Womit sollen wir uns kleiden?
Wie kommen wir schnell wieder zu einem gefüllten Geldbeutel? Das sind eure Fragen,
darauf richtet sich euer ganzes Tun und Lassen. Aber trotz Arbeit und Mühe geht der Wiederaufbau des Landes nicht voran. Der Erfolg eurer Arbeit stellt sich nicht so ein, wie ihr euch das wünscht. Gefangen in den Alltagssorgen meint ihr, mit noch mehr Einsatz müßte sich das ändern. Mit noch mehr Saatgut müßten die Felder doch bald wieder gute und viele Früchte tragen. Eure Erwartungen aber werden enttäuscht. Ihr jammert: Warum greift Gott nicht ein? Warum läßt er uns ohne Gewinn arbeiten? Ein Gott der Liebe müßte sich doch um uns kümmern und dafür sorgen, daß es uns bald wieder besser geht.
Muß Gott wirklich seine Liebe mit Wohlstand und einem sorgenfreien Leben beweisen?
Muß Gott sich mit eurer Gottvergessenheit zufriedengeben?
Kann Gott nicht auch von euch einen Beweis eurer Liebe erwarten?

Liebe ist nie einseitig, auch die Liebe Gottes nicht. Wie menschliche Liebe sich nach Gegenliebe sehnt, so tut das auch Gott. Diese Liebe aber bleiben ihm die aus dem Exil zurückgekehrten Israeliten schuldig. Sie bauen an ihren Häusern und verwehren Gott den Wiederaufbau seines Hauses. Längst haben sie den Zusammenhang zwischen Wohlergehen und Gottesdienst vergessen. In ihre Misere hinein fragt der Prophet:
Wie könnt ihr euch reichverzierte Häuser bauen, während der Tempel noch in Trümmern liegt?“

Mit seiner Mahnung stellt er einen Zusammenhang zwischen eigennützigem Streben und ihrer Gottvergessenheit her. Die Lösung ihrer Probleme bringt nicht ihr unermüdliches Arbeiten.
Die Lösung geschieht durch eine veränderte Blickrichtung.
Ihre Wertvorstellungen müssen sich verändern. Nicht die eigenen Häuser haben den Vorrang sondern das Haus Gottes. Sobald sie die Arbeit am Tempel aufnehmen, wird auch ihrem persönlichen Tun Erfolg beschieden sein. Schon damals gab es einen Zusammenhang zwischen dem Tun des Menschen und dem Handeln Gottes.

Und wie ist es in der Gegenwart? Ich höre Haggai auch heute rufen:
Überlegt doch einmal, wie es euch geht! Denkt doch einmal über euch nach! Ihr klagt über Corona, den Klimawandel und die Folgen und bringt beides weder mit euch und eurem Verhalten noch mit Gott in Verbindung.
Hat Gott wirklich nichts damit zu tun? Sollte es auf dieser von ihm geschaffenen Welt tatsächlich etwas geben, das nichts mit ihm zu tun hat? Das Gottesbild der Bibel kann für diese Annahme nicht herhalten. Aber auch die Annahme, Gott habe die Pandemie zur Strafe gesandt,
ist mit dem Gottesbild der Bibel nicht vereinbar.
Das Streben nach einem Leben jedenfalls, in dem es Einzelnen ohne Rücksicht auf andere immer besser geht und Wohlstand und ein dickes Bankkonto alles sind,
entspricht nicht dem Willen Gottes.
So wie die Israeliten den Aufbau des Tempels dem Streben nach einem guten Leben opferten, so wird heute der Gedanke an Gott vielfach der eigenen Bequemlichkeit geopfert.
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“, dieses Wort Jesu wiederholt die Botschaft des alttestamentlichen Propheten. Beides ist in diesem Satz enthalten, die Aufforderung zum Gottesdienst und zum Dienst am Nächsten
Das ist die Voraussetzung einer Welt, in der Gerechtigkeit und Liebe wohnen.
Ihren Anfang hat sie dort, wo Menschen sich Gott öffnen und von ihm verändern lassen.
AMEN


Andacht August 2021

Der Monatsspruch im August 2021 steht im Alten Testament, im 2. Buch der Könige und bittet: Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her! (2. Könige 19,16)

Manchmal lassen sich Bedrohung und Gefahr in Zahlen ausdrücken. Wir haben in letzter Zeit viel Neues kennen- lernen müssen, was das angeht. Worte, die wir noch nicht gehört hatten. Werte, deren Bedeutung uns nicht geläufig war. Inzidenz, Reproduktionszahl, Anzahl der Neuinfektionen pro Tag, Sterbefälle, freie Intensivbetten und Impfquote. Nach eineinhalb Jahren kennen wir uns aus mit den Maßstäben der Pandemie und fürchten uns vor exponentiellem Wachstum. 10 pro 100.000 sind etwas ganz anderes als 50 oder sogar 500 pro 100.000.
Und R gleich 0,7 ist viel besser als R gleich 1 oder mehr.

Die Zahlen versuchen ein Nebeneinander zu fassen, das eigentlich kein Mensch fassen kann. Harmlose Verläufe einerseits, Beatmung auf der Intensivstation andererseits. Impfbefürworter und Coronaleugner. Lockdown und Lockerung. Homeoffice und Insolvenzwelle.
Noch viel mehr geschieht verdeckt in dieser Zeit. Neben der alles umfassenden Pandemie verdrängen oder vergessen wir das Leid der Welt. Wir haben keine Aufmerksamkeit mehr übrig für die Armut, den Hunger und die Gewalt. Weder in der Ferne, noch in der Nähe.
Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her! Wenn wir es schon nicht fassen können, vielleicht kannst du es ja. Auch Hiskia ist bedroht. Hiskia war vor
2700 Jahren der König von Juda. Er sagt als Erster diese Worte und bittet Gott um Gehör
und Hinsehen. Auch das, was Hiskia bedroht, läßt sich mit einer Zahl ausdrücken: 185.000.
So viele Soldaten hat Sanherib, der König von Assyrien. Juda ist winzig, Assyrien ist groß.
Eben noch verhöhnen Gesandte von Sanherib die Bewohner Jerusalems und ihren König. Hiskia hört davon. Er begreift sofort die Gefahr, zerreißt seine Kleider, zieht sich einen Sack an und geht in den Tempel, um zu beten. „Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her! Höre die Worte Sanheribs, der seinen Boten her gesandt hat,
um den lebendigen Gott zu verhöhnen.“ So geht der Vers weiter.
185.000 Soldaten sind eine Übermacht. Wahrscheinlich hilft gar nichts mehr. Jedenfalls hat Hiskia nichts in der Hand. Selbst, wenn seine Feinde ihm 2000 Pferde stellen würden, hätte Hiskia nicht ausreichend viele Reiter. So spotten die Gesandten von Sanherib über ihn.
Und es stimmt auch. Sie sind wehrlos. Auch der Verbündete im Süden, das mächtige Ägypten, springt ihnen nicht bei. Wenn nichts mehr hilft, hilft nur noch beten. Gott um Gehör bitten und um Hinsehen. Neige dein Ohr, Gott. Und öffne deine Augen, betet Hiskia.

Wir sind es gewohnt, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, wo immer es geht.
Das gilt auch in Zeiten einer weltweiten Pandemie. Seit Monaten befolgen wir Regeln, schränken uns ein und hoffen, daß es endlich vorbeigeht. An uns allen, an mir, an dir.
Was richtet Gott aus in der Pandemie? Ist mein Gott mir fremd geworden?
Traue ich Gott noch zu, mein Schicksal zu wenden und übermächtige Feinde zu besiegen? Kann ich an Gott glauben, an einen Helfer in der Not?
Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her! Hiskia kann nichts tun gegen 185.000 Soldaten. Und niemand von uns kann genau sagen, wie sich die kommenden Monate, Jahre und Jahrzehnte entwickeln werden. Mein Einfluß ist gering, aber die Bedrohungen unserer Zeit sind weit größer als ich. Sie sind überwältigend.
Was bleibt also? Gib dir Mühe. Streng dich an. Hab Geduld. Kämpfe deinen Kampf.
Aber gib vor allem die Hoffnung nicht auf!  Beten wirkt. Gott um etwas zu bitten, macht leicht.
Es löst nicht automatisch alle Probleme, auch wenn Hiskia damals auf wundersame Weise gerettet wird. Aber Beten mindert die Last deiner Seele, auch heute.
Denn Gott hört, was du sagst. Und Gott sieht, was du von dir zeigst.
Von deinen Gedanken, deinen Gefühlen und deinen Sorgen.








Gottesdienste in der Thieder Sankt Georg Kiche

Wenn keine Änderung eintritt!  Bitte beachten!
 Der Gottesdienst in der Sankt Johannes Kiche Immendorf ist auf 30    Besucher beschränkt
 Auf Körperkontakt wird grundsätzlich verzichtet
 Beim Betreten und Verlassen des Geländes / der Kirche bitte die    Abstandsregel von 1,50 m einhalten
 Die freie Platzwahl ist eingeschränkt
 Es wird nicht gesungen,Texte zum Mitlesen sind da
 Bitte bringen Sie nach Möglichkeit einen Nasen – Mundschutz mit



Sankt Georg Kirche zu Thiede, Altarkreuz
Wachet, steht im Glauben, seit mutig und seid stark. (1. Kor. 16,13)
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