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Thiede

Andacht November 2022

Andere zu segnen, ihnen Segen zusprechen, das tut gut.
Anderen sagen: „Weh euch!“ oder „Weh dir!“, das möchte man doch eher nicht, selbst wenn man es am liebsten denken würde. „Weh“ hat mit wehtun zu tun, mit „Ach und Weh“, mit Wehrufen, mit Wehklagen, wehleidig und mit Wehmut, aber vor allem mit dem Wort, von dem das Wörtchen, die kleine Interjektion „Weh“ herkommt: mit Weinen. Über dem Monat November 2022 steht als Monatsspruch ein Wort aus Jesaja 5,20: Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen.
Im Monat November, in der der Wochenspruch sein „Weh“ hineinspricht, hat mit Weinen zu tun, auch mit Bösem, mit sauer und Finsternis. Die Tage sind schon längst länger dunkel geworden, wir gehen durch das Tal von Buß- und Bettag, von Friedensdekade, von Volkstrauertag und am Ende des Monats vom Ewigkeits-und Totensonntag. Da fließen Tränen. Der Vers steht im sogenannten Weinberglied, das uns Jesaja von Gott überliefert. Gott hat seinen Weinberg, sein Volk gepflanzt und gepflegt, und statt daß dieses Volk gute Früchte bringt, bringt es schlechte. Das Weinberglied ist eigentlich ein Liebeslied, ein Lied der Liebe Gottes zu seinem Volk, zu seinen Menschen. Doch es schlägt aufgrund des schlechten Verhaltens dieser Menschen um in ein Tiefelied der Liebe: Gottes Liebe ist verletzt, enttäuscht, frustriert. In dieser tiefen Tonlage klingt unser Monatsspruch mit, und es fragt sich, was schwingt von Gottes enttäuschter Liebe in unserem Vers mit, was ist aus Gottes Liebe geworden, wenn sie „Weh denen“ spricht? Ist dieses „Weh“ eine zornige, vergeltende, strafende und vernichtende Liebe für die, denen das Weh gilt? Vielleicht. Oder sogar sicher.
Ich höre darin aber auch eine Liebe, die ungeheuer klar, ja fast nüchtern ist, nicht betrunken von ihrer Enttäuschung, nicht wild vor Zorn. Diese Liebe benennt klar und nüchtern die Täuschungen derer, die sauer, böse und lichtfern sind. Sie deckt ihr teuflisches Spiel und ihre Verdrehungen auf, wie sie alles so weit verkehren, daß am Ende doch wird, für was sie stehen: sauer, böse und finster. Gottes Liebe macht aber klar: Es ist eben doch nicht gut, nicht Licht, nicht süß. Und so entdecke ich in dieser Liebe eine Zumutung für jene: Sie werden mit ihrem verkehrten Spiel nicht durchkommen, es wird ihnen nicht gelingen, mit List alle hinters Licht zu führen und Leben zu korrumpieren. Diese Liebe stellt die Täter und diese Liebe schützt die Opfer.
So wütend Gottes Liebe, so enttäuscht sie im Tiefelied der Liebe ist, so sehr bleibt Gottes Liebe denen treu, die unter denen leiden, die das Leben verkehren, die Leben zerstören. Das ist Gottes wahre verkehrte Welt, von Jesaja bis zu Maria:
Die Mächtigen werden entmachtet, die Ohnmächtigen kommen zu ihrem Recht, die Kleinen werden groß, die Armen werden reich.
Bei Gott nicht um der bloßen Umdrehung willen, sondern um des Lebens willen.
Das kleine „Weh“, das bei Jesaja im Weinberglied siebenmal und mit allem Nachdruck gesagt wird, das in Jesu Worten gegen die Heuchler seiner Zeit einen hörbaren Nachklang findet, jenes „Weh“ findet sich auch im Wort „Wehen“, spricht also auch von einem Geburtsschmerz, vielleicht einer göttlichen, einer schmerzhaften Geburt der Liebe Gottes durch das „Weh“ hindurch.
Das Liebeslied Gottes bei Jesaja beginnt mit einem ähnlich antiquierten Wort, wie das „Weh“ eines ist. Es beginnt mit dem Wort „Wohlan“.
Dies ist wie ein Ausrufezeichen und wirkt aber durch das Ringen der göttlichen Liebe seit der Schöpfung bis zum Neuwerden der Welt wie ein langer Gedankenstrich und läßt zwischen „Weh und Ach“ der Geduld Gottes Raum und seiner tiefen Gedanken an unser Wohl.
AMEN
(Diese Andacht ist konsequent in alter Rechtschreibung verfaßt)


Andacht Oktober 2022

Ich bin ein großer Fan der englischen Science Fiction Serie Dr Who.
Ich habe mir schon oft gewünscht, wie er in der Zeit reisen zu können und mir dann das Ende meines Lebens anzusehen. Ich hoffe natürlich, daß ich nicht allzu früh sterbe; aber auch nicht allzu gebrechlich. Ich wäre gerne ein zufriedener alter Herr, und wenn ich auf mein Leben zurückblickte, würde ich sagen: „Ach, es ist doch alles recht gutgegangen.“ Wenn ich heute schon wüßte, daß mein Leben so ein Happy-End haben wird, dann könnte ich viel entspannter leben. Ich habe gar nicht den Anspruch, daß alles im Einzelnen gut sein muß. Wenn ich nur wüßte, daß nach Tiefen wieder Höhen kommen, daß sich mein Leben insgesamt als gut ansehen läßt, das würde mir schon reichen.
Der Monatsspruch für Oktober ist so ein Zeitreisetext. Er stammt aus dem 15. Kapitel der Offenbarung des Johannes, die vom Happy-End aller Zeiten erzählt. Am Ende der Zeit, so stellt es sich Johannes vor, gibt es einen großen Endkampf zwischen Gut und Böse. Schließlich siegt Gott, hält ein großes Gericht über Lebende und Tote ab, und dann leben die Menschen im Einklang mit ihm auf einer neuen Erde. Kurz gesagt, die Endzeit wird schrecklich, aber am Schluß gibt es ein großes Happy-End und die Gerechtigkeit siegt.
„Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herr-scher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker“, so werden sie singen am Ende der Zeiten. (Off. 15,3)
Wenn ich ans Ende meines Lebens reisen könnte und dort feststellen würde, daß ich in der Zukunft glücklich zurückblicken werde, dann wäre ich jetzt im Leben ganz entspannt. Wenn ich eine komische Stelle auf meiner Haut entdecken würde, dann könnte ich mir sagen: Es wird kein Hautkrebs sein, oder wenn doch werde ich ihn überstehen. Ich müßte viel weniger Angst haben, als ich jetzt habe, wenn ein Leberfleck sich verändert. Ich hätte viel weniger Angst und ich wäre wahrscheinlicher auch mutiger. Vielleicht würde ich meinen Beruf aufgeben und den Plattenladen aufmachen von dem ich träume, weil ich ja wüßte, daß es kein ganz schlimmer Fehler sein wird. Denn am Ende meines Lebens werde ich ja zufrieden sein. Ich würde mich trauen, meine Stimme für die Dinge zu erheben, die mir wichtig sind, und in Liebesdingen mutig sein, denn ich wüßte ja, daß sich am Ende alles zum Guten fügen wird. Die Offenbarung des Johannes ist für uns heute ohne viel Hintergrundwissen kaum verständlich. Es kommen so viele Bilder darin vor und vieles bezieht sich auf die Zeit, in der der Autor lebte, und sagt eigentlich mehr über seine Gegenwart als über die Zukunft aus. Sie hat trotzdem im Lauf der Jahrhunderte viele Menschen getröstet, die in schwierigen Zeiten lebten, denen Leiden, Kampf, Verfolgung und Krieg vertraut sind, weil sie verspricht, daß all das nicht das Ende ist. Das Ende wird gut sein. Ich glaube das auch, ganz einfach, weil wir einen guten Gott haben, der eine gute Welt geschaffen hat. Es ergibt für mich einfach keinen Sinn, daß er am Ende das Leid nicht auffängt. Am Ende werden auch wir singen: „Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker.“ Und selbst, wenn ich mich irre und ein gutes Ende nicht sicher ist, macht es doch auf jeden Fall Sinn, so zu tun als ob. Wenn wir davon ausgehen, daß am Ende Gott siegt mit seiner Gerechtigkeit und Liebe und daß die Menschen dann in Frieden und Liebe und Glück beieinander leben, dann können wir schon jetzt furchtloser und mutiger, freier und mehr als wir selbst leben. Auf ein gutes Ende hinzuleben macht es uns leichter, schon jetzt das Gute in unserer Gegenwart zu sehen, es zu genießen und zu verstärken. Machen wir Johannes’ Endzeit-Lied zu einem Ohrwurm unserer Gegenwart: „Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker.“
AMEN
(Diese Andacht ist konsequent in alter Rechtschreibung verfaßt)






Gottesdienste in der Thieder Sankt Georg Kiche

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 Auf Körperkontakt wird grundsätzlich verzichtet
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 Die freie Platzwahl ist eingeschränkt
 Es wird nicht gesungen,Texte zum Mitlesen sind da
 Bitte bringen Sie nach Möglichkeit einen Nasen – Mundschutz mit



Sankt Georg Kirche zu Thiede, Altarkreuz
Wachet, steht im Glauben, seit mutig und seid stark. (1. Kor. 16,13)
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